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Kruder & Dorfmeister

Kruder & Dorfmeister


Letzte Aktualisierung: 13. Juli 2021
Kruder & Dorfmeister

Die Geschichte von Kruder & Dorfmeister ist nicht nur eine Geschichte der Verweigerung und des Verzichts. Als die beiden Anfang der 1990er-Jahre anfingen, gemeinsam Musik zu machen, gab es kaum etwas, was die beiden nicht „falsch“ und damit genau richtig machten.

Wien war damals eine…
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Adresse

Tanzbrunnen
Rheinparkweg 1
50679 Köln
Tel.: 02212847910
https://koelncongress.de/locations/tanzbrunnen-koeln

Termine

02. Aug 2021 ab 19:30

Öffnungszeiten
Tanzbrunnen

Bitte informieren Sie sich auf der Webseite des Veranstalters.

Die Geschichte von Kruder & Dorfmeister ist nicht nur eine Geschichte der Verweigerung und des Verzichts. Als die beiden Anfang der 1990er-Jahre anfingen, gemeinsam Musik zu machen, gab es kaum etwas, was die beiden nicht „falsch“ und damit genau richtig machten.

Wien war damals eine Metropole der aufstrebenden Technobewegung und aktiv in der anfänglichen Blütezeit des revolutionären Stils. Doch die beiden Herren K&D folgten eher der Tradition des kontinentalen kosmischen „Dancefloor“ der 1980er Jahre, die nach einer universellen Sprache der Tanzmusik suchte, beeinflusst von Hip Hop, Rare Groove, Dub, New Wave und nicht zuletzt Musik, die sich zwischen all diesen Kategorien abhebt.

Als die ersten Post-Acid-Jazz-Produktionen von Labels wie Ninja Tune oder Mo Wax eine neue Ära einläuteten, waren Kruder & Dorfmeister diesen Protagonisten bereits einen Schritt voraus. Der Sound von K&Ds bahnbrechendem Debüt „G-Stoned“, scheinbar schon beeinflusst von den elegischen Arrangements von Produktionen der 1960er und 1970er Jahre von Afro-Jazz und Pink Floyd, ließ viele Top-Produzenten am Hinterkopf kratzen und sich fragen, wer das könnte haben mit nur zwei Akai-Samplern, einem Roland Space Delay und einem angestaubten Mixer einen so organisch fließenden, komplexen und doch subtilen Sound erzeugt.

Angebote kamen wie heftiger Regen an einem Hochsommertag herein, doch die beiden sturen Herren spielten nicht mit: Nach dem Erfolg ihrer weltweit millionenfach verkauften CDs „DJ-Kicks“ und „Sessions“ lehnten sie die meisten ab Sie.

K&D hat es immer genossen, Ratschläge nicht zu befolgen und alle verlockenden Großangebote, alle Versprechen einer Marketingmaschinerie auf Hochtouren zu verwerfen. Stattdessen vermittelten sie befreundeten Musikern den Vertrieb auf ihrem Label G-Stone, hingen im Studio ab und stellten Folgeprojekte wie Dorfmeister & Hubers Tosca oder Kruders Peace Orchestra zusammen.

Wer die beiden damals auflegen hörte, merkte, dass das Klischee vom rauchigen Time-Loop-Jazz längst hinter sich gelassen war und dem eigenen Forschergeist gewichen war. Neben Ausflügen in Drum & Bass und Subgenres, wie Broken Beat, schlichen sich gerade 4/4 Rhythmen in ihre Sets ein und rauten den ewigen Sonnenuntergang der Balearen auf.

Bis heute pflegen die beiden ein offenes Konzept, geprägt von einem breitgefächerten Musikgeschmack und ihrer Fähigkeit, Musik zu hören, zu fühlen und ihre musikalischen Vorstellungen verwirklichen zu können. Die Karriere von Kruder & Dorfmeister kann daher eher mit der des großen Vorbilds Brian Eno verglichen werden, dessen Arbeiten von Roxy Music oder „My Life in the Bush of Ghosts“ bis hin zu seinen Produktionen mit David Bowie und seinem „Music for Airports“ war ebenfalls geprägt von einem allumfassenden, stets visionären und nie kurzsichtigen Musikverständnis.

Von Anfang an war das Ziel, einen sehr persönlichen Sound zu produzieren, bei dem die Befriedigung von Genrevorgaben zweitrangig war. Das bewies Peter Kruder schließlich mit seinen Produktionen der gefeierten Alben „Teufelswerk“ und „Zukunftsmusik“ von DJ Hell oder Marsmobils Chartstürmer „Fairytales Of The Supersurvivor“ oder den wunderbaren Veröffentlichungen unter eigenem Namen für Compost, Macro und Gigolo Records. Auch Dorfmeisters pausenlos minimalistische, fast dadaistische Klangstudien weisen deutlich in diese Richtung, wie seine Kollaborationen auf dem gefeierten „The Exchange“-Album.

Am glücklichsten sind die beiden also, wenn die Leute ihre Musik und ihre DJ-Sets für das halten, was sie sind: Oden an das Hören, Fühlen, Fühlen von Musik und Klangsprache, die nicht wie die vielen gesprochenen Sprachen der Welt funktioniert, sondern eher als Körpersprache: universell, global, verbindend.

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