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Gürzenich

Gürzenich


Letzte Aktualisierung: 28. September 2021
Gürzenich

Der Gürzenich wurde von 1441 bis 1447 als spätgotischer Festsaalbau errichtet. Namensgebend ist die Patrizierfamilie von Gürzenich, auf deren Grundstück das Bauwerk entstand.

Die Steine für den Bau des Gürzenich stammen von einem Steinbruch am Drachenfels im Siebengebirge. Dort wurde… Weiterlesen

Adresse

Gürzenich
Martinstraße 29-37
50667 Köln

Öffnungszeiten


Events / Termine

Der Gürzenich wurde von 1441 bis 1447 als spätgotischer Festsaalbau errichtet. Namensgebend ist die Patrizierfamilie von Gürzenich, auf deren Grundstück das Bauwerk entstand.

Die Steine für den Bau des Gürzenich stammen von einem Steinbruch am Drachenfels im Siebengebirge. Dort wurde der Trachyt abgebaut und mithilfe von Schiffen auf dem Rhein nach Köln transportiert.

Von Anfang an hatte das Bauwerk die Funktion eines städtischen Festhauses (Tanzhaus) für verschiedenste Veranstaltungen: Zum einen wurden die Ehrengäste der Stadt Köln im Festsaal empfangen, zum anderen wurden die Räumlichkeiten Adligen und „hohen“ Bürgern für öffentliche und private Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt. Zu prächtigen Empfängen luden 1474 Kaiser Friedrich III. und 1486 der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I., der hier 1505 einen Reichstag abhielt. Auch Kaiser Karl V. kam 1520 nach seiner Königskrönung in Aachen nach Köln. Anlässlich des Kurfürstentages bot der Gürzenichsaal 1531 für fast drei Jahrhunderte zum letzten Mal ein prunkvolles Bild, denn mit der schwindenden Größe des reichsstädtischen Kölns waren auch die Gürzenich-Festlichkeiten zunächst zu Ende.

Ab etwa 1645 wurde das Gebäude vorübergehend als Kauf- und Warenhaus genutzt. Am 29. Februar 1788 wurde der Kölner Bankier Abraham Schaaffhausen zum Kommissar des Kaufhauses ernannt. Als in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts die mittelalterliche Festhaustradition wiederbelebt wurde, erhielt der Gürzenich den Stellenwert als wichtigste Kölner Veranstaltungsadresse zurück. Zu den populärsten Festen gehörten auch damals schon die Karnevalsveranstaltungen: Bereits ein Jahr vor der Gründung des „Festkomitee Kölner Karneval“ tanzte man 1822 im Gürzenichsaal auf Maskenbällen. Karl Marx verkündete am 6. Mai 1849 im überfüllten Saal sein „Manifest der Kommunistischen Partei“; am 8. Mai stimmte eine Versammlung von 500 Abgeordneten rheinischer Städte im Gürzenich der von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossenen Verfassung zu.

Von 1857 bis zur Fertigstellung der Kölner Philharmonie 1986 veranstaltete die Kölner Concert-Gesellschaft im Gürzenich ihre Konzertreihe. Hieraus gingen die später regelmäßig stattfindenden Gürzenich-Konzerte sowie der Gürzenich-Chor und das Gürzenich-Orchester hervor.